Für alle, die schon wissen was ein RSS Feed ist:
Bitte gleich hier, bei den 12 Fakten weiterlesen!

Für alle, die es (noch) nicht wissen:
Setzen, Augen und Ohren auf – es ist Zeit für Nachhilfe und zwar dringend, denn das hier ist wichtig!

Es gibt mehr als eine Möglichkeit, einen Blog-Beitrag zu lesen

  1. Man steuert den Blog, die Website direkt an, indem man die Adresse in den Browser eingibt.
    Ja, manche tippen das www.irgendwas.at auch in die Google-Suchleiste ein und denken, dass das das gleiche ist – ist es aber nicht. Denn (aber das ist eine andere Geschichte): Google ist KEIN Browser, sondern eine Suchmaschine, also ein Programm, dass einem beim Finden im Web hilft.
  2. Man stolpert im Web darüber, beim Rumsurfen, erhascht einen Blick auf ein paar Worte oder ein Bild, findet das spannend, klickt auf den direkten Link und landet beim Blogbeitrag.
  3. Man bekommt den neuen Beitrag via Newsletter oder Mailbenachrichtigung bequem in die Mailbox geliefert und kann entweder gleich da alles lesen oder bekommt ein mundendes Häppchen angeteasert, dass einem dazu verleitet, auf der Website den Rest weiter zu lesen.
  4. Man hat den RSS Feed abonniert und liest die frisch gebloggten Artikel direkt im Feed-Reader.

Und genau um diese Gruppe geht es im folgenden, denn das sind sehr liebesbedürftige und treue Freunde, diese Feed-Reader-LeserInnen. Leider fallen sie aber bei den Gunstbezeugungen noch immer unter den Gabentisch und speziell BloganfängerInnen aber auch viele Althasen vergessen auf diesen Punkt. Dabei sind Feed-LeserInnen sehr leicht zu beglücken.

Aber erstmal zu den Basics:

Was ist ein RSS Feed?

RSS steht für Rich Site Summary und ist ein Format, mit dem man Webinhalte abonnieren kann. Ziel bei der Entwicklung war, das man einfach und flott auf allfällige Änderungen in einer Website hingewiesen wird. Damit man schnell weiß, was es Neues gibt. Man kann den RSS Feed eines Blogs, einer Website als Lesezeichen festlegen und wenn man darauf klickt, bekommt man alle neuen Beiträge angezeigt. Das nennt sich auch dynamisches Lesezeichen – jedesmal, wenn man online geht, fragt das System bei der Website nach, ob es  News gibt. Ist ein neuer Artikel da, wird der dann angezeigt.

midesign_feed_browser

RSS Feed – Brauch´ ma das? Hamma sowas?

Man kann auch ohne leben, aber warum sollte man das tun? Für Website und Bloginhaber ist der RSS Feed eine feine Sache und kostet nicht extra. RSS anzubieten ist mittlerweile Standard und kein besonderer technischer Aufwand.
Feed-Leserinnen sind in der Regel treue AbonnentInnen, sofern der Inhalt passt und man sie mit den passenden Beiträgen regelmäßig versorgt. Sich so eine interessierte Leserschaft aufzubauen ist mehr als sinnvoll, denn diese LeserInnen lesen wirklich – was man in Social Networks in dieser Form eher weniger antrifft.

An sich hat jedes bekannte Blogsystem diese Funktion bereits integriert. Man kann versuchen den Feed via name-des-blogs.at/feed (z.B. https://midesign.at/feed/) oder name-des-blogs.at/feed/rss mal aufzurufen. Je nach Browser erscheint dann ein Fenster, wo man die letzen Blogbeiträge in sehr reduziert optischer Form sieht.

midesign-lesezeichenfeed

Was ist ein Feed-Reader?

Wenn man den Feed einfach so im Browser sieht, dann ist das nicht hübsch und man sieht auch nur ein paar Zeilen, der Rest ist via Weiterlesen-Link verfügbar. Das macht nun nicht so viel Sinn.
Praktischer sind hier Feed-Reader, was soviel wie „Eingabeleser“ heißt. Mein bevorzugter Feed Reader ist Feedly.
Mit einem Feed Reader kann man sich quasi seine eigene Online-Zeitung mit den News zusammenstellen, die einen interessieren. Eine Liste mit weiteren Feedreadern findet man hier, in diesem Wikipedia-Artikel oder hier in dieser Übersicht oder man googelt einfach danach.

Der Feed Reader behübscht die Darstellung der Inhalte ungemein und in den meisten kann man seine Abos auch gruppieren. Eine besonders feine Sache sind mobile Feed Reader, also Apps mit denen man die News am Smartphone oder Tablet lesen kann. Ich hab bei mir Feedly installiert und nutze den Reader als meine bevorzugte Infosammlung.

Feed Reader im Browser

Feed Reader am Smartphone

Was sind das für Typen, die Feeds lesen?

Menschen, die an Informationen interessiert sind – und zwar querbeet durch jede Zielgruppe. Wer sich also mit seiner Leserschaft, seiner Blog-Zielgruppe beschäftigt, der sollte wissen, dass auch auch ein guter Prozentsatz an RSS Feed LeserInnen dabei ist. Nicht jeder surft die Website direkt an und schaut, ob es was neues gibt. Das machen ehrlich gesagt die wenigsten. Meist braucht es einen Impuls, einen Hinweis: via Newsletter, Link in einem Social Network, Empfehlung von anderen oder eben durch den Feed-Reader, der brav und flott alle neuen Artikel in die eingestellten Kategorien holt.

Feed-LeserInnen sind technik-affin, aber nicht  mehr so exotisch und selten wie früher. Sie als reine Nerds zu sehen wäre falsch. Es sind Menschen, die sich für die Inhalte des Blogs interessieren und zwar so sehr, dass sie am Ball bleiben wollen um nichts zu verpassen.
Mit anderen Worten: sie sind kostbar und es wert, dass  man sich mit ihnen auseinandersetzt.

Klar soweit?

Wunderbar! Wenn wir uns nun alle im klaren darüber sind, dass Feed Leserinnen sehr liebe und wertvolle LeserInnen sind, die man wirlich gern haben möchte und nun auch alle Basics geklärt sind, kommen wir zu den wichtigen Punkten, mit denen man Feed-Leserinnen seine Liebe und Fürsorge zeigt.

12 Fakten rund um RSS Feed LeserInnen

  1. Man sieht sie kaum in einer Statistik.
    Aber da sind sie dennoch und wer den RSS Feed eines Blogs abonniert ist ein Goldschatz. Sie greifen via Feed-Reader auf die neuesten Infos zu. Zugriffe in der Statistik sieht man nur dann, wenn die Feed-LeserInnen auf den Link zum Beitrag klicken. Lesen sie ihn direkt im Reader, bekommt man das in der Statistik nicht mit.
    Auch die Anzahl der RSS AbonnentInnen kann man schwer feststellen. Man müsste alle Feed-Reader abgrasen und nachschauen, wieviele Abonnenten man schon in jedem hat. Automatisch in einer Statistik findet man diese Angaben leider nicht – zumindest kenne ich keine (Wer einen Tipp diesbezüglich hat: her damit!).
  2. Sie bekommem die neuesten Beitraege zeitnah, fast sofort geliefert.
    Und darum prüfe, prüfe, prüfe ehe ein Beitrag veröffentlicht wird! Denn während andere noch nicht mal wissen, dass es etwas neues gibt, haben sie den Artikel schon in ihrem Reader und dann ist es zu spät, um Fehler auszubessern.
  3. Sie hassen den „Weiterlesen“-Link. Abgrundtief.
    OK, vielleicht nicht alle. Aber aus subjektiver (=meiner) Sicht, fallen Artikel, die erst nach einem Klick auf „weiterlesen“ einsehbar sind unter die wankelmütige Rubrik „Absolut nur, wenn´ss wirklich gut ist und das Laden extraflott geht„. Und damit flutschen schon sehr viele raus aus den News und landen nicht mehr als den Teaser, also das bisschen Text, das vor dem Weiterlesen-Link steht.
    Nun bedeutet das aber nicht, dass man diesen Link in einem Beitrag nicht setzen soll – ganz und gar nicht! Es geht hier um eine Grundeinstellung des Blogs. Denn man kann angeben, dass im News Feed der ganze Inhalt ausgegeben wird und nicht nur ein paar anreißende Wörter. Wie man das in WordPress richtig einstellt, steht weiter unten – als kleines Video.
    Bis dahin einfach das Folgende merken: Feed LeserInnen schätzen es, wenn der Artikel vollständig in den Reader geladen wird.
    Und wenn man schon nicht alles auf einmal ausliefern will, aus welchem Grund auch immer, dann empfiehlt es sich, den Teaser – also den kurzen Text, der vor dem Weiterlesen Link steht, ganz besonderen Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Der muss sitzen und den Appetit wecken, damit die LeserInnen auch den Rest anklicken.
  4. Werbung mögen sie auch nicht.
    Schon klar, es geht nicht immer ohne. Aber in vielen Fällen geht es besser.
    Mein Feed ist mir heilig, die Zeit die ich darin verbringe ist kostbar und wenn die Werbeeinblendungen länger sind als der ganze Artikel, dann ist das höchst unlustig und demnach sinnlos.
  5. Sie hassen Pop Ups
    Auch dies eher ein subjektiver Grund, aber wichtig zu beachten. Im Reader sieht man Pop Ups zwar nicht, aber wenn man den Artikel dann auf der Website (weiter)lesen will, sind sie der Tod der Beziehung. Viele lesen ihre Feeds von unterwegs, also mobil am Smartphone oder Tablet, und da sind diese hopsenden Infos, die man nicht bestellt hat, ein Graus, den man nur mühsam wegbekommt. Mehr dazu hier: Tötet die Pop Ups!
  6. Ähnliche Beiträge und Zusatzinfos anbieten? Eine Gradwanderung!
    Normalerweise werden die Vorschläge für ähnliche Beiträge nicht mit in den Feed-Inhalt übernommen und man sieht sie erst, wann man die Website des Beitrages besucht. Aber immer wieder finden sich Blogs, die ihre Einstellungen so haben, dass man unterhalb des Beitrag-Textes noch massenhaft andere Infos findet – vom iPad-Gewinnspiel (das ganz sicher demnächst hier für alle Feedleser startet … und es seit Monaten nicht tut), über plumpe Eigenwerbungsplatsch-Texte und x-anderem Schmafu, auf den man gut und gerne verzichten kann.
    Merke: Der Feed ist heilig – entweihe ihn nicht mit Stuss und Sinnlosem! Sorge dafür, dass die wichigen neuen Infos den meisten Platz einnehmen und handhabe den Rest homöopathisch (=in geringst möglicher Dosierung, kaum spürbar).
  7. Oft genug klicken sie dann doch auf den Link zur Website
    Und warten … und warten … und warten … und warten … weil nämlich wie schon gesagt gut die Hälfte mobil unterwegs ist und ein Smartphone nicht immer eine Breitbandverbindung zur Verfügung hat. Nicht alle Menschen leben in Wlan-überfüllten Städten und unterwegs ist man mitunter doch auch lesefreudig (Stichwort: Zugfahrten, Wartezimmer, …). Doch wenn die Website hinter dem Beitrag schwer und behäbig ist, dann versauert man beim Laden und bricht die Verbindung ab. Für immer.
  8. Bilder sind super!
    Aber auch nur wenn sie flott sind. Ein Beitragsbild peppt jeden Feed-Eintrag wonniglich auf und schmückt auch beim Lesen ungemein. Doch mit den Bildern ist das so eine Krux. Beispielsweise laden sich die Beitragsbilder, die man in WordPress jedem Beitrag zuteilen kann, nicht immer automatisch in den Reader. Dafür aber landet dann mitunter das erste Bild, dass sich im Beitrag findet, als Feed-Beitragsbild. Das ist je nach Blog-Design und Feed Reader unterschiedlich.
    Darum generell bei den Bildern immer darauf achten, dass sie gut auf den Inhalt abgestimmt sind und den Mund beim Lesen wässrig machen. Keine Bild zu haben ist besser als ein unpassendes.
    Bilderfluten, ev. vielleicht mit beweglichen Gifs und dergleichen, sollten nur sparsam eingesetzt werden. Denn das verlängert die kostbare Ladezeit und macht so einen Beitrag (nicht nur Im Feed Reader) schnaaarchlaaaaangsaaaam.
  9. Auch Videos sind gern gesehen
    Ich bin persönlich nicht so der Video-Fan, aber wenn eines im Feed Reader nett avisiert wird, dann reizt mich das eher zum Anklicken, als wenn ich via Twitter, Newsletter und Web darauf stoße.
    Das mag daran liegen, dass der Feed Reader für viele so etwas wie eine persönliche Zeitung ist. Man liest sie zwischendurch, beim Essen (ich weiß, soll man nicht, hat meine Mama mich immer geschimpft. Nutzt nichts, ich tu´s trotzdem), in Pausen, vorm Einschlafen … und da hat man dann mehr Muse um sich auch mal ein Video anzuschauen.
  10. Responsive! Responsive!! Responsive!!!
    Wer seine Seite nicht für mobile Ansichten optimiert hat, sollte den RSS Feed am besten ausschalten bzw. nicht anbieten und sich auch gleich von 40-50 % seiner LeserInnen verabschieden.
    An einer mobilen Websiteversion führt heute kein Weg mehr vorbei, egal wie man persönlich zum mobilen Surfen steht.
  11. Sie wollen regelmäßig lesen.
    Man will ja auch regelmäßig essen und darum empfiehlt sich auch betreff RSS LeserInnen-Liebesbezeugung ein regelmäßiger Blogartikel.
  12. Vorsicht bei Sonderzeichen & entsprechenden Plugins
    Letztens habe ich ein Icon-Plugin installiert. Man kann damit Icons, also kleine Grafiken, im Text platzieren. Sehen aus wie kleine Bilder, sind es aber nicht wirklich. Mir gefiel es ganz gut, bis ich den Artikel im Feed-Reader gesehen habe: Fehlerzeichen und leere Stellen. Schade, aber damit war das Plugin weg vom Fenster und deinstalliert. Und wieder mal zeigt sich, dass KICS das Motto beim Bloggen sein sollte. Keep it clean and simple ;-)

Auch wenn man selbst kein Feed-Leser ist, ist es empfehlenswert, sich einen Feed Reader zu installieren bzw sich anzumelden und da mal einen kritischen Blick auf den eigenen Blog zu werfen. Das klärt auf und führt zu hilfreichen Erkenntnissen. Ebenso empfehlenswert ist es, die eigene Website am Smartphone und auch da mal via Feed-Reader anzusehen. Denn mobil schaut immer alles anders aus und man gewinnt einen praktischen Einblick in oben geschriebene Theorie.

RSS Feed in WordPress einstellen

Hier ein kleines Video rund um das Einstellen des Newsfeeds in WordPress:

 

Links, die im Video erwähnt werden:

Das wäre mein Input rund um RSS Feeds und warum man seine Feed-LeserInnen lieben und hofieren soll.
Wer eine Ergänzung dazu hat oder wenn es Fragen gibt, dann einfach einen Kommentar hinterlassen – und natürlich darf der Artikel gerne weitergeteilt werden!

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