WordPress

Frustriert von WordPress? Tipps zum Ausstieg

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal* einen Artikel schreibe, mit Tipps wann, warum und wie man aus WordPress aussteigt.

Aber in letzter Zeit häufen sich teils verzweifelte und teils frustrierte Meldungen von Website-BetreiberInnen, die mit WordPress einfach nicht mehr zurechtkommen (wollen).

Die 3 Hauptgründe für den Frust mit WordPress

Updates

thumb-440352_640

Der größte Punkt auf der Frustliste sind die häufigen Plugin- und Systemupdates – für viele nervend, aber für noch mehr ein Punkt, der ignoriert wird, was sich in letzer Zeit aber immer häufiger bitter rächt. Die Meldungen über gehackte Seiten, die durch nicht erfolgte Updates zu Sicherheitsrisiken wurden, werden von Woche zu Woche mehr.

Gehackte Seiten zu reparieren, die Datenbanken und Dateien nach bösen Eindringlingen zu durchforsten, ist eine mühsame und absolut unkreative Sache – das macht keinem Programmierer oder Techniker Spaß (zumindest habe ich noch keinen getroffen, der das gern macht). Abgesehen davon ist es teuer, kostet Zeit und die Website ist eine Zeit lang nicht erreichbar, was sich in Summe eher ungut auf die Reputation beim User/potentiellen Kunden auswirkt. Oft gehen auch wichtige Daten verloren und müssen dann mühsam wiederhergestellt werden.

Updates auszulassen birgt eine große Gefahr. Sie zeitnah zu erledigen kann aber zu einer Plage werden, immer mit dem Gefühl, dass man schnell was tun muss, damit nichts passiert.
Hinzu kommt, dass mit jedem Update oft auch Änderungen in der Darstellung einhergehen – nicht im außen, sondern drinnen, im System. Auf einmal ist etwas anderes, eine gewohnte Funktion ist weg, eine andere, neue ist da … man muss sich wieder dreinfinden und auch das stört viele.

Sicherheitswarnungen

binary-715831_640WordPress ist eines, wenn nicht das populärste Web-System für Blogs und Websites. Und das ist der Hauptgrund, warum es hier zu immer mehr Angriffen und Hacks kommt – es lohnt sich einfach und viele Seiten-BetreiberInnen handhaben die Bloghygiene punkto Updates (siehe oben) und Schutz sehr schleißig. Durch die Vielzahl an Plugins und Neuerungen kommt es auch immer wieder zu Lücken, die von Hackern flott ausgenutzt werden. Wer sein System zeitnahest aktualisiert, die Plugins am neuesten Stand hält und ein paar Schutzmaßnahmen eingebaut hat, der ist nach wie vor auf guter, weil sicherer Seite.

Doch die Verunsicherung bleibt und viele fragen sich zunehmend: Wie sicher ist WordPress noch?

Komplexität

wordpress-265132_640Zwar ist WordPress sehr intuitiv aufgebaut und wer sich einmal mit dem System auseinandersetzt, es sich vielleicht erklären lässt, kommt auch gut damit zurecht – sofern die Auseinandersetzung nicht eine einmalige Sache war und die Website, der Blog nicht unmittelbar nach Erstellung in einen komatösen Dornröschenschlaf verfällt. Dann verlernt man das Erlernte flotterdings und beim nächsten Login steht man wie die Kuh vorm neuen Tor – keine Ahnung mehr, was wo war, ist und sein soll. Ein Klassiker.

Sind auch noch viele Plugins und Zusatzfunktionen installiert, kann ein Laie, der selten bis nie im System vorbeischaut, rasch überfordert sein. WordPress (aber auch andere ähnliche Systeme) ist kein MS Word, auch wenn der Editor so ähnlich ausschaut. Es gibt ein paar Grundprinzipien, an die man sich halten muss und es gibt Abläufe, die eingehalten werden müssen, damit es gut funktioniert.

Wer sich damit nicht belasten will, die Vorgaben bewusst oder unbewusst ignoriert, vielleicht nur eine rudimentäre Einschulung hatte, kein Interesse am Aufbau hat, für den wird es rasch zuviel und komplex. Dann mehren sich die Beschwerden, dass das System nicht das tut, was man von ihm will, die Darstellung im Außen schaut grausig aus, User melden Probleme in der Darstellung, Links führen ins Nirwana … und die Frustwelle steigt hoch.

Was tun, wenn man von WordPress genug hat?

Zuerst einmal sollte man sich klar werden, worin das Problem besteht und ob es vielleicht eine technische oder organisatorische Lösung gibt, die einem das Leben erleichtert.

Was genau nervt an WordPress?

    • Ist es die Wartung, die zuviel ist, die Updates, die nerven?
      • Falls dies der einzige Punkt ist: Man kann die Updates mittlerweile wunderbar automatisieren. Damit hat man nur noch die Supervision (=regelmäßig reinschauen, ob alles ok ist). Sogar die BackUps kann man gut automatisch steuern. Das wäre also eine Möglichkeit, sich den Alltag grundlegend zu erleichtern.
    • Ist man durch die Sicherheitswarnungen verunsichert?
      • Sicherheitswarnungen hat man leider bei allen Web-Systemen, genauso wie bei den Programmen, die am PC/Mac installiert sind (siehe dazu dieser Artikel: Why Websites get hacked). Insofern hilft nur, dass System aktuell zu halten und die Daten regelmäßig sichern (BackUp machen).
        Egal ob es sich um WordPress, Joomla, Typo3, ein anderes System oder den PC/Mac handelt.
    • Ist man vom WP-Aufbau, der Komplexität, überfordert?
      • Würden eine Nachschulung, ein Kurs oder eine gute Erklärung helfen? Wäre vielleicht ein Austausch mit anderen WordPress-Nutzern hilfreich? Oder eine schriftliche Anleitung?
        In all diesen Fällen gibt es Möglichkeiten und Hilfen. Die WP Community ist groß und es gibt immer wen, der einem Rat geben kann. Auch Kurse rund ums Bloggen gibt es mittlerweile viele, genauso wie 1:1 Trainings/Coachings – sowohl was die technische, als auch was die inhaltliche Seite betrifft. Eine gute, schriftliche Anleitung kann man sich um kleines Geld zum Beispiel hier kaufen.
        Notwendige Voraussetzung ist aber in allen Fällen der Wille, etwas lernen zu wollen und ausreichend Zeit, damit man das Erlernte in weiterer Folge dann aktiv umsetzt.
    • Gibt es einen anderen Grund? Treffen mehrere zu?
      • Dann alle Faktoren zusammenfassen, aufschreiben und in Ruhe überlegen, wie hoch der Grant ist, den man da mit sich herum trägt. Ab einem gewissen Level ist ein Ende mit Schrecken einer Dauerqual vorzuziehen.
Hat man das für sich geklärt und ist die Entscheidung nach wie vor eher bei einem „Raus aus WordPress„, dann geht es darum sich anzuschauen, inwieweit man auf WordPress und die damit verbundenen Möglichkeiten verzichten kann.

Wie wichtig und notwendig ist WordPress für die Seite/den Blog?

  • Gibt es einen Blog, wo regelmäßig neue Artikel erscheinen – oder schläft der schon lange bzw. ist gar keiner vorhanden, besteht die Seite also nur aus sog. statischen Seiten, die sich kaum bis nie verändern?
    • Eine Möglichkeit wäre, dass man einen ev. vorhandenen Blog in ein anderes System auslagert, z.B. auf WordPress.com (da erspart man sich die Updates und man kennt es zumindest schon), Blogger, Tumblr oder ähnliches. Die eigentliche Website wird dann statisch weitergeführt, auf den Blog wird einfach verlinkt.
      Schläft der Blog aber ohnehin schon länger und gibt es auf lange Sicht keine Ambitionen hier wieder aktiv zu werden, dann verabschiedet man sich nett von seinen LeserInnen und schließt die Blogrubrik(en).
      Besteht die Website aber ohnehin nur aus statischen Seiten, deren Inhalt sich kaum verändert, dann kann man ohne Abschiedszeremonien aussteigen (siehe unten).
  • Wird mit der Seite interagiert – also gibt es hin und wieder Kommentare, wirdsieinSocial Networks geteilt, nehmen andere Bezug auf die Inhalte und verlinken darauf?
    • Falls hier ein mehr oder weniger regelmäßiger Austausch stattfindet, muss  man sich überlegen, ob man auf diesen entweder verzichten will/kann oder wie man ihn auf eine andere Plattform umlenkt. Wandelt man das WordPress-System in rein statische Seiten um, dann gibt es keine Möglichkeit mehr, Kommentare zu bekommen. Diese Form der Kommunikation mit den LeserInnen ist damit vorbei.
      Die Seite bzw. deren Inhalte lässt sich aber natürlich nach wie vor in Social Networks teilen, dafür braucht es ja nur den Link. Allerdings sind nicht alle auf Facebook, Twitter ist für eine geregelte Unternehmenskommunikation nicht jedermanns Sache und auch bei den anderen Social Networks gilt es gut abzuwägen, ob man den Online-Kontakt zu den LeserInnen gänzlich auf diese Kanäle konzentrieren will.
  • Gibt es Newsletter, die über die Website verschickt werden bzw. zu denen man sich auf der Website anmelden kann?
    • Wird der Newsletter rein über die Website und mit WordPress verschickt (wie zum Beispiel beim Mailpoet-Plugin), dann muss man hier das System wechseln und woandershin auslagern. Anbieten würden sich da Cleverreach oder Mailpoet, aber natürlich auch jedes andere, ähnlich aufgebaute E-Mail-System.
      Hat man sich für ein neues System entschieden, dann werden die Adressen übertragen, die Anmelde-Formulare auf der Website ausgetauscht und in weiterer Folge ist dann die Website vom Newsletter-Versand physisch getrennt.
      Technisch ist das keine Hexerei, aber man muss dafür doch etwas Zeit und Ressourcen einplanen. Auch muss man sich in das neue Newsletter-System einarbeiten und natürlich vorab testen, ob es einem passt.
  • Gibt es Terminkalender, wo regelmäßig neue Daten eingetragen werden müssen oder ist der schon länger verwaist und leer?
    • Ist der Terminkalender nur noch Staffage, denn kann er tränenlos verabschiedet und entfernt werden.
      Gibt es hier aber regelmäßig Infos zu Veranstaltungen, dann wird es schwierig. Zwar gibt es den Google-Kalender, mit dem man diesbezüglich recht kreativ arbeiten kann. Aber damit ist man auf Google angewiesen und ein vollwertiger Veranstaltungskalender (ev. mit Bezahl- und Anmeldefunktion) ist es nicht. Hier muss man also genau abwägen, wie hoch der Nutzen ist und ob man auf diese Funktion in Zukunft verzichten will, sie ev. in einen Newsletter umwandelt und die kommenden Termine eben so an seine (angemeldeten) Interessenten verschickt.
  • Wie oft ändern sich die Inhalte auf der Seite, im Blog? Einmal im Monat, einmal im Quartal, einmal im Jahr … nie?
    • Je seltener sich etwas auf der Seite ändert, umso weniger braucht man ein Websystem wie WordPress. Gibt es aber immer wieder Veränderungen, z. B. beim Team, den Angeboten, im Portfolio, bei den Arbeits- und Urlaubsinfos … dann kommt man um ein System, mit dem diese Infos rasch publiziert werden können, schwer herum.
      Im erstem Fall (kaum bis keine Änderungen) kann man auch mit einer ganz einfachen statischen Seite gut auskommen. Im zweiten Fall bleibt einem nur der Umstieg auf ein anderes Websystem, ähnlich wie WordPress, wenn man die Inhalte selbst aktualisieren will.
  • Wer ist für Änderungen zuständig – und kann man diesen Punkt eventuell auslagern?
    • Man muss nicht alles selbst macht, man kann, darf und soll auch delegieren. Angefangen von der technischen Betreuung (Updates, Sicherheitsschecks, BackUps …), über kleinere Änderungen im Inhalt, bis zum Schreiben-lassen ganzer Blogbeiträge kann man jeden Bereich, der mit der Wartung und Betreuung zu tun hat, auslagern.
      Es ist schlichtweg eine Frage der Wichtigkeit und der Kosten. Insofern gilt es, sich vorab gut damit auseinanderzusetzen, welche Punkte einem wichtig sind, was man selbst machen kann und will und wo man bereit ist, ein Honorar zu zahlen, damit es so funktioniert, wie man es haben will.
Hat man nun alle Möglichkeiten durchdacht, den aktuellen Status erfasst und ist der Wunsch nach einem WP-Ausstieg nach wie vor stark, dann hat man folgende Möglichkeiten:

Ausstieg aus WordPress oder Wechsel zu einem anderen System

Je  nachdem welche Funktionen die Website in Zukunft beinhalten soll, gibt es nur diese beiden Möglichkeiten: Ausstieg oder Wechsel.

Was spricht für einen Ausstieg?

Zusammengefasst:

  • Die Website besteht aus statischen Seiten (kein Blog, kein Terminkalender, kein mit der Website verbundener Newsletter, keine Bildergalerie, die immer wieder geändert und ergänzt wird …) und mehr braucht es auch in Zukunft nicht
  • Die Inhalte (Bilder und Texte) ändern sich kaum bis nie
  • Es gibt via Website keine Interaktion mit Usern/LeserInnen (keine Kommentarfunktion)

WordPress Ausstieg 1: Umwandeln

Nummer 1Es gibt ein kleines, feines Plugin (WP Static HTML Output), mit dem man seine aktuelle WordPress Seite in eine rein statische Website auf HTML-Basis umwandeln kann.
Vereinfacht ausgedrückt: der aktuelle, dynamische WP-Status wird in eine simple, statische Website verwandelt, die dann auf den Webhost hochgeladen wird – fertig. Der große Vorteil: rein optisch und inhaltlich bleibt ziemlich alles beim Alten. Aufbau und Design sind ähnlich bis gleich, für vorbeikommende User hat sich wenig geändert. Lediglich die Links sind nun etwas anders (ein .html steht am Ende). Es kann daher sein, dass man in den Google-Ergebnissen ein Zeit lang nicht so, wie bisher gewohnt aufscheint und ev. abrutscht, bis die neuen Links erfasst sind.

Wer schon beim Schreiben von Blogbeiträgen an seine technischen Grenzen stößt, für den ist dieser Umwandlungs-Vorgang, auch wenn er technisch relativ einfach zu handhaben ist, ein Buch mit 7 Siegeln. Man braucht daher jemanden, der einem diesen Vorgang erledigt, die neue, alte (umgewandelte) Seite installiert und alles überprüft und bereinigt.
Sind sonst keine weiteren Änderungen an der Seite geplant, dann ist das Ganze relativ flott erledigt und man ist den WP-Frust los.

Wichtig dabei ist, dass man sich vorab im klaren ist, welche Inhalte beibehalten und welche noch geändert gehören. Wenn noch etwas adaptiert werden muss, dann unbedingt vorher, denn danach wird es ein wenig mühsam.

Nach dem Umwandeln empfiehlt es sich, alle anzuschreiben, mit denen man verlinkt ist, damit die überprüfen, ob die Links noch funktionieren. Das ist mitunter schwierig, da man oft nicht genau weiß, welche anderen Seiten Links auf die eigene Seite gesetzt haben. Wirklich betreffen tut dieser Punkt aber hauptsächlich Webseiten, auf deren Unterseiten oder Blogbeiträge verlinkt wurde. Die Domain, also der Link zur Startseite (=Homepage), ändert sich ja nicht, nur die Endungen der Unterseiten. Dennoch muss man damit rechnen, dass man einiges an Linkpopularität und so gewonnenem Traffic einbüßt.
Mit ein wenig technischen Know-How kann man das zwar ein wenig ausbügeln – zum Beispiel indem man die 404-Fehlerseiten entsprechend gestaltet und mit einem erklärenden Text versieht. Oder automatische Umleitungen einbaut. Doch alle erreicht man damit auch nicht.

Will man später Änderungen an seiner Seite vornehmen, geht das nur via HTML(-Editor) und FTP. Das bedeutet, dass man den Quelltext entsprechend ändern muss (wofür man zumindest ein paar grundlegende Programmierkenntnisse braucht) und die geänderte Datei anschließend via FTP hochlädt.
Wer schon mit WordPress überfordert ist, für den ist dieser Vorgang ein Punkt, der in Zukunft komplett ausgelagert werden sollte. Ein Zeit- und Kostenfaktor, der naturgemäß berücksichtigt werden muss, bevor man den endgültigen Schritt macht und WordPress den Rücken kehrt.

WordPress Ausstieg 2: Website neu, als verkleinerte Version

2Mitunter haben sich im Laufe der Zeit die Anforderungen an die Website komplett gewandelt, ein großer Web-Auftritt ist nicht mehr nötig, es reicht eine kleine, statische Web-Visitenkarte, mit den wichtigsten Grunddaten, vielleicht überhaupt auf nur einer einzigen Seite dargestellt.

In diesem Fall geht die Empfehlung für den Ausstieg ganz in Richtung kompletter Neugestaltung – eine neue Website muss her.
Zuerst legt man fest, welche Inhalte man in Zukunft (noch) braucht, reduziert auf das absolute Minimum. Anschließend beauftragt man entweder einen Designer/Programmierer, diese Vorgaben in Form einer einfachen, statischen Seite neu zu realisieren. Oder  man beschreitet den obigen Weg – also die Umwandlung der vorhandenen WordPress-Seite mittels Plugin – und verändert vorher radikal alle Inhalte, wie geplant, ev. inklusive dem Design. Ein Relaunch, der quasi auf den Ruinen der alten Seite vollzogen wird.

WordPress Ausstieg 3: Umstieg zu einem anderen System

3Bevor man diesen Weg beschreitet, sollte man sich das neue System gut und intensiv anschauen, damit man nicht vom Regen in die Traufe kommt. Die Systeme ähneln sich, aber natürlich hat jedes so seine Eigenheiten und Spezifikationen. Neben WordPress sind aktuell Typo 3, Joomla und Contao die bekanntesten. Als kleinere Alternative bietet sich auch CMSimple an.

Neben den Standard-Systemen, die aktuell am Markt und häufig in Verwendung sind, bieten viele Programmierer und Agenturen auch hauseigene Systeme an. Letztere haben meist den Vorteil, dass sie komplett auf die gewünschten Bedürfnisse zugeschnitten werden können. Wenn man also ein reduziertes Backend haben will (das ist die „Rückseite“ der Website, wo man nach einer Anmeldung im System die Änderungen für die Vorderseite, das Frontend, vornimmt), wo man nur die wichtigste Funktionen hat und nicht mit einer Vielzahl an Optionen, Einstellungen und Buttons überfordert wird, dann ist so eine Lösung die beste.
Hinzu kommt, dass diese individuellen Systeme naturgemäß für Hacker nicht so interessant sind – die konzentrieren sich lieber auf die Systeme, die viel verwendet werden, da haben sie mehr und leichter Erfolg. Auch ist bei diesen Individual-CMS (=Content Management System) das Update meist in einer Servicepauschale inkludiert – je nachdem wie man die Wartung verhandelt. Man erspart sich also den Nervenkitzel mit den Sicherheitswarnungen und die lästigen Updates.

Der Nachteil: individuelle Website-Systeme, die so speziell zugeschnitten sind, kosten deutlich mehr. Um eine Einschulung kommt man natürlich auch nicht herum, auch wenn die Handhabung im Endeffekt dann einfacher ist (zumindest sein sollte). Ein weitere Nachteil ist, dass man die Inhalte (Texte, Bilder, PDFs …) nicht einfach von einem zum anderen System importieren kann. Auch das Desgin kann man nicht übernehmen, bestenfalls kann man ein neues entwickeln (lassen), das genauso ausschaut.
Ein Umstieg auf ein anderes System ist also in Wahrheit eine Neukonstruktion der Website. Auch wenn die Inhalte gleich/ähnlich bleiben und das Design dann zumindest auch ähnlich sein soll – es wird alles von Grund auf neu gemacht und eventuell vorhandene Texte und Bilder müssen Seite für Seite im neuen System eingefügt werden.

Was auch das beste System nicht kann: Selbständig die gewünschten Inhalte erstellen und ändern. Das muss nach wie vor ein Mensch machen und somit bleibt auch beim maßgeschneiderten System immer die Frage: Wer ist in Zukunft für Änderungen am Inhalt zuständig? Wer erstellt die Texte, organisiert die Bilder, verfasst die Beiträge … oder sorgt dafür, dass Urlaubsmeldungen rechtzeitig wieder gelöscht werden? Usw. usf.

Fazit

Wenn ein System, dass dazu da ist, einem den Alltag zu erleichtern, nur Mühe und Sorgen bereitet, dann ist ein radikaler Schnitt das Beste, was man sich und seinen Nerven tun kann. Doch davor gilt es, sich alle (Hinter)Gründe für die angehäuften Zores objektiv anzuschauen. Nicht immer liegt es an der Technik oder dem System – manchmal muss man sich an der eigenen Nase nehmen und eingestehen, dass man den Aufwand und die eigenen Möglichkeiten falsch eingeschätzt hat.
Selbsterkenntnis und ein mentaler Kassasturz stehen am Beginn, ein gutes Abwägen aller Für und Wieder in der Mitte und die Entscheidung, ob man sich und WordPress nochmal eine Chance gibt oder die endgültige Trennung veranlasst, am Ende.

Naturgemäß ist auch der Kostenfaktor ein wichtiger und hier kann man sagen, dass von den obigen Optionen Möglichkeit Nr. 1 (Umwandeln in eine statische Version) die günstigste ist, gefolgt von 2 (neu und statisch, als verkleinerte Version). Option 3, der Umstieg auf ein anderes System ist ja eine komplette Neukonstruktion und aus diesem Grund die kostenintensivste.

Auf alle Fälle ist es immer gut, bei anstehenden Problemen eine Lösung anzustreben. Egal ob das nun mit WordPress oder etwas anderem zu tun hat. Zu warten, bis der Frust haushoch ist oder es zu einem massiven Sicherheitsproblem kommt, ist in jeder Beziehung die schlechteste Wahl. Denn dann muss man unter Druck und rasch handeln und in dieser Situation entstehen selten befriedigende, sinnvolle Lösungen.

Ich hoffe, dass ich hier ein paar hilfreiche Wege und Lösungsansätze aufzeigen konnte und wenn wer Fragen oder Ergänzungen hat, dann bitte einfach die Kommentarfunktion nutzen!

* Dieser Artikel entstand übrigens auf Anregung von Gitte Härter, die zu einem Tipp-Text aufgerufen hat, der genau so beginnen sollte ;-)

Alle Bilder via Picabay.com